Detlef Sierck, in Hamburg geboren, war bekannter Theaterregisseur und Intendant, als die "Machtübernahme" durch die Nazis seiner Bühnenkarriere ein Ende setzte. Sierck schlüpfte beim Film unter. Bei der Ufa drehte er STÜTZEN DER GESELLSCHAFT und SCHLUSSAKKORD, machte Zarah Leander mit ZU NEUEN UFERN und LA HABANERA zum Star. Einen Auslandsaufenthalt 1937 nutzte Sierck, um sich abzusetzen. Von Rom gelangte er über die Schweiz, Frankreich und die Niederlande nach Hollywood. Aus Detlef Sierck wurde Douglas Sirk. Mit HITLER'S MADMAN realisierte er einen der wenigen überzeugenden Anti-Nazi-Filme Hollywoods. Zwischen 1955 und 1958 entstanden seine brühmten Melodramen: WAS DER HIMMEL ERLAUBT, IN DEN WIND GESCHRIEBEN, IMITATION OF LIFE - publikumswirksame Rührstücke, die trotzdem eine kritische Sicht auf das amerikanische Kleinbürgertum erlaubten. Sirk inszenierte die Wirklichkeit der Gefühle, die Sehnsüchte, Träume und Ängste, und obwohl es stets ein Happy-End gibt, wird klar: Amerika ist ein Land der begrenzten Möglichkeiten. Sirk kehrte 1959 nach Europa zurück. Unter seinem alten Namen arbeitete er an Theatern in München und Hamburg, unter5 dem neuen lehrte er an der Münchner Filmhochschule, verehrt von den aufstrebenden Talenten des jungen deutschen Films.
Sirk, Douglas