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Vigevani, Alberto

Ende der Sonntage
Zwei Erzählungen

144 Seiten
Friedenauer Presse
Aus dem Italienischen übersetzt und mit einem Nachwort von Marianne Schneider. Fadengeheftete französische Broschur. Umschlag-Entwurf von Horst Hussel
ISBN: 978-3-932109-54-6

16.00 €

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Vigevani, Alberto: Ende der Sonntage

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Ende der Sonntage Jede der beiden Geschichten ist einem Mann gewidmet, der in der Kindheit des Erzählers eine wichtige Rolle spielte. Signor Cavallini, der Held der titelgebenden Erzählung, von Beruf Juwelenhändler, ist nebenbei ein begnadeter Gaukler, Zauberer, Schauspieler und Clown. Seine Gegenwart belebt die Sonntagnachmittage im Haus der Großtante des Erzählers, wo die zahlreiche Familie zusammenkommt. Seine Darbietungen sind von äußerster Perfektion, er schlüpft in alle Rollen, tragische und komische, hat jeden Muskel seines Gesichts und seines Körpers in der Gewalt, so daß er jedes Mal wie ein anderer wirkt. Mit dem Tod der Großtante enden die Sonntagsvorstellungen: Ein großes Kostümfest ist geplant, doch das Fest findet nicht statt. In der Zeit der Börsenkräche, Turbulenzen und allgemeinen Depressionen versucht Cavallini sich das Leben zu nehmen.
Später, als der Erzähler längst erwachsen ist, begegnet er Signor Cavallini noch einmal, in der Halle eines Londoner Hotels, wo er einem britischen "Epheben" eine Vorstellung zu geben scheint, doch sein Gesicht hat die einstige Spannung und Beherrschung verloren und die Vorstellung erweist sich als Eifersuchtsdrama, als ein anderes Szenario. Brief an Herrn Alzheryan Der Brief an Herrn Alzheryan richtet sich an den Paten des Erzählers. Alzheryan, Klient und Freund seines Vaters, war ein jüdischer Financier internationalen Ranges, eine legendäre Gestalt aus einer anderen Welt, die den Jungen aus dem wohlhabenden, aber sparsamen Mailänder Bürgertum tief beeindruckte. Die Fakten - ein Finanzskandal, eine schnelle Heirat, ein Testament - die von ihm zu berichten sind, bleiben im Hintergrund; bedeutungsvoll sind die bruchstückhaften Erlebnisse und Bilder, die dem Erzähler im Gedächtnis geblieben sind. Auf den Spuren seiner Erinnerungen schreibt er dem längst Verstorbenen einen Brief. Satz für Satz versucht er darin, das Bild des Herrn Alzheryan nachzuzeichnen. Aus Zweifeln, Fragen, mehr oder weniger scharfen Erinnerungsfragmenten, Phantasien und Vermutungen gewinnt die Gestalt nach und nach ihre Formen: Es zeigt sich ihre Vornehmheit in Erscheinung und Auftreten, der kosmopolitische Geist, gleichzeitig eine ausgeprägte Melancholie und ein Überdruß an allem. Kunstvoll - in der Wortwahl wie in Syntax und Rhythmus - umkreist der fiktive Dialog in immer neuen Annäherungen und scheinbaren Abschweifungen die Persönlichkeit Herrn Alzheryans und dessen Bedeutung für den Briefschreiber. Vigevanis Brief zeigt uns, so Carlo Fruttero in der Einleitung zur italienischen Ausgabe, "welche Höhen die windungsreiche Kunst der Annäherung erreichen kann".
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