Geboren 1909 in Berlin, gestorben 1980 in Erlangen. Vater von Professor Julius H. Schoeps. Studierte Religionswissenschaft, Geschichte, Germanistik und Philosophie in Heidelberg, Berlin, Marburg und Leipzig. Promotion in Religionswissenschaft 1932 bei Joachim Wach (»Jüdischer Glaube in dieser Zeit«, Berlin 1932). 1933 Staatsexamen. Bis zur Emigration nach Schweden im Jahre 1938 Privatlehrer und Verleger (Vortrupp Verlag). Während des Krieges religionsgeschichtliche Arbeiten. Verlor seine Eltern in Theresienstadt bzw. in Auschwitz. Nach der Rückkehr 1946 Habilitation in Marburg. 1947 Ruf auf ein persönliches Ordinariat für Religions- und Geistesgeschichte an der Universität Erlangen. Ab 1950 ordentlicher Professor. Vorstand des Seminars für Religions- und Geistesgeschichte der Universität Erlangen-Nürnberg. Herausgeber der gleichnamigen Zeitschrift seit 1947. Vorsitzender der Gesellschaft für Geistesgeschichte. Mitglied des Beirats der Stiftung Preussischer Kulturbesitz. Arbeitsgebiete: Urchristentum, historische Theologie, Wissenschaft für Judentum, Allgemeine Geistesgeschichte des 17. bis 20. Jahrhunderts. Neben den religions- und geistesgeschichtlichen Arbeiten bedeutende Veröffentlichungen zur Geschichte Preußens. Schriften über Homosexualität. Der Lehrstuhl Schoeps', ursprünglich als Akt der Wiedergutmachung eingerichtet, wurde noch zu dessen Lebzeiten abgewickelt, um in einen sog. Konkordatslehrstuhl umgewandelt zu werden.
LITERATUR
FRANK-LOTHAR KROLL: GEISTESGESCHICHTE IN INTERDISZIPLINÄRER SICHT.
Der Historiker Hans-Joachim Schoeps, in: »Das geistige Preußen. Zur Ideengeschichte eines Staates.« Paderborn, München, Wien, Zürich 2001, S. 209-240
JULIUS H. SCHOEPS (Hrsg.): IM STREIT UM KAFKA UND DAS JUDENTUM.
Max Brod/Hans Joachim Schoeps: »Briefwechsel«, Königstein/Ts. 1985
JULIUS H. SCHOEPS: »NIL INULTUM REMANEBIT«.
Die Erlanger Universität und ihr Umgang mit dem deutsch-jüdischen Emigranten Hans Joachim Schoeps, in: »Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte« 52. Jg., Heft 3 (2000)
CARL J. RHEINS: DEUTSCHER VORTRUPP.
Gefolgschaft deutscher Juden 1933-1935, in: »Publications of the Leo Baeck Institute«, Year Book XXVI (1981), London 1981, S. 207-229