»Ich bin auf der Suche nach einem menschlichen Theater. Einem Theater, das nicht nur zeigt, wie monströs der Mensch ist, aber gleichzeitig auch, wie sehr er auf der Suche ist nach Liebe, nach Schutz. Und wie verletzbar und angreifbar der Mensch ist. Und wie wir eigentlich alle in unseren Sehnsüchten, in unseren Ängsten gleich sind. Wir sind alle Kinder von Vater und Mutter, also in dem Sinn ist das eine ewige archaische Ursituation.« Luk Perceval
Luk Perceval, geboren 1957, ist ein belgischer Theaterregisseur.
Er studierte Schauspiel am Koninklijk Conservatorium in Antwerpen und arbeite anschließend als Schauspieler. 1984 gründete er die freie Theatergruppe »Blauwe Maandag Companie«, für die er auch inszeniert. 1997 wird Perceval künstlerischer Leiter von »Het Toneelhuis« in Antwerpen. Seine Inszenierung Schlachten! in Co-Produktion mit dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg und den Salzburger Festspielen wurde beim Berliner Theatertreffen zur »Inszenierung des Jahres 2000« gewählt. Mit einer Reihe herausragender Inszenierungen an deutschen Theatern machte sich Perceval in den folgenden Jahren als Regisseur einen Namen, u. a. Der Kirschgarten von Tschechow (2001), Traum im Herbst von Jon Fosse (2001), Das kalte Kind von Marius von Mayenburg (2002), Andromache nach Racine (2003), Othello (2003) und Turista von Mayenburg (2005) sowie die Operninszenierungen Tristan und Isolde (2004) und Die Sache Makropulos (2005).
Ab der Spielzeit 2005/06 war Luk Perceval vier Jahre Hausregisseur an der Berliner Schaubühne, bevor er zur Spielzeit 2009/2010 als Regisseur und Oberspielleiter an das Thalia Theater in Hamburg wechselte.
Seit 2008 ist er Studiengangsleiter für Regie und Schauspiel an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg.
Weiter Infos finden Sie unter:
www.lukperceval.info
Trailers, kurze Ausschnitte von den Inszenierungen Luk Percevals gibt es auf YouTube
PRESSESTIMMEN
»Ein Regisseur, der die Ursprünge des Theaters im Ritual erkennt und die Arbeit in der eigenen Schauspieltruppe als Versuch verstanden wissen wollte, die Rituale der Ganzwerdung und Besinnung in der Theaterarbeit wiederzuentdecken, scheint prädestiniert für das Vorhaben, das Opernschaffen Monteverdis mit der szenischen Produktion dieser Erlösung thematisierenden Werke abzurunden.«
Staatsoper Berlin
»Percevals Inszenierung holt den Himmel in die Erde zurück, oder diese hebt er in jenen. Das ist von einer solchen Menschlichkeit und wahrt das Überirdische zugleich, dass man gar nicht mehr applaudieren möchte, sondern benommen das Opernhaus verlässt.«
Alban Nicolai Herbst, FAZ am Sonntag
»Nicht Religion schafft den Konflikt: Wir selbst sind der Konflikt! So lautet die eine These der Schöpfer des musikalischen Wunderwerks. Und im gleichen Atemzug behauptet der Regisseur: ›Ich glaube, dass das Theater schon Tausende von Jahren überlebt hat, weil es die Leute nicht zwingt, etwas zu glauben. Im Gegenteil, es zwingt die Leute eigentlich zu sagen: Es gibt nichts zu glauben.‹«
Günther Engelhard, Rheinischer Merkur (2007)
Perceval, Luk; Irmer, Thomas (Hrsg.)