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Der britische Theater- und Filmregisseur Peter Brook erhält als erster den neuen Henrik-Ibsen-Preis. Brook habe auf höchst überzeugende Weise demonstriert, dass "alle bedeutende Dramatik und Theaterarbeit Menschen auf einzigartige Weise zusammenbringt", erklärte die Jury. Die Regierung in Oslo hatte den Preis im vergangenen Jahr gestiftet. Mit ihm sollen "besondere Leistungen im Geist von Henrik Ibsen" ausgezeichnet werden. Die mit umgerechnet 313.000 Euro dotierte Auszeichnung wird dem 83-jährigen Brook am 31. August in Norwegens Hauptstadt Oslo überreicht.
Peter Brook zählt zu den besten und bekanntesten Regisseuren der Welt.
Bereits als Schüler entdeckte der Sohn russisch-jüdischer Eltern in London die Liebe zum Theater. Er studierte an der Oxford University und mit neunzehn Jahren begann er Theaterstücke und Opern zu inszenieren. Erste Engagements als Regisseur hatte er ab 1945.
Shakespeare wurde das Vorbild, "das Brecht und Beckett einschließt, aber über beide hinausreicht. Warum? Weil Shakespeare die Illusion erlaubt, ohne den Verstand auszuschalten" (Brook). Seinen besonderen Ruf begründet Brook nicht nur mit seinen eigenwilligen Shakespeare-Interpretationen, sondern ab Mitte der 60er Jahre auch mit radikalen Inszenierungen zeitgenössischer Bühnenstücke von Sartre, Genet, Dürrenmatt, Weiss, Hochhuth, Williams.
1962 wurde er Co-Direktor der Royal Shakespeare Company. Hier entstand seine legendäre Shakespeare-Inszenierung von König Lear. Er drehte den Film Herr der Fliegen (1963) und verfilmte seine König Lear-Inszenierung. Gleichzeitig gründete er eine eigene experimentelle Gruppe, das Lamda Theatre, und erarbeitete mit dieser Gruppe ein »Theater der Grausamkeit«, dessen Titel als »Huldigung für Artaud« gedacht war.
1968 erschien sein Buch Der leere Raum, mit dem Brook ganze Generationen von Regisseuren beeinflusst hat.
1971 gründete Peter Brook in Paris ein Zentrum für internationale Theaterforschung. Aus allen Teilen und Kulturen der Welt kommen die Mitglieder seines Ensembles. Mit ihm begibt er sich auf die Suche nach einer gemeinsamen Theatersprache. Die »Sprache der Zeichen« wird an »fremden« Orten mit einem theaterunerfahrenen Publikum erprobt, beispielsweise in Afrika. Brook erkennt, daß das Publikum ein ebenso starker schöpferischer Bestandteil einer Aufführung ist: In der Verbindung von »Geben und Nehmen« ereignet sich Theater.
Als Meilenstein zu einer neuen Welttheaterkultur feierte die internationale Kritik seine Inszenierung des Sanskrit-Epos Mahabharata oder auch den Sturm aus dem Jahr 1990.
1974 wählte Brook für sich und seine Gruppe einen festen Spielort, das Pariser Theater Les Bouffes du Nord, an dem er seitdem arbeitet.
Weiter Infos finden Sie unter:
www.bouffesdunord.com
www.peterbrook.net
Brook, Peter / Carrière, Jean-Claude / Grotowski, Jerzy
Brook, Peter
Kott, Jan
Oida, Yoshi
Grotowski, Jerzy
Oida , Yoshi
Brook, Peter
Brook, Peter; Ortolani, Olivier (Hrsg.)
Banu, Georges & Alessandro Martinez