"Der lateinamerikanischste aller deutschen Cineasten, der vielleicht warmherzigste Cineast dieses Landes, Vorbild für Generationen, international bewundert, großzügig in seinem Schaffen." So beschrieb der Botschafter von Chile in Deutschland, Antonio Skàrmeta, den Künstlerkollegen und Filmemacher Peter Lilienthal anläßlich der Verleihung des Ordens Bernardo O'Higgins. Lilienthal hat politisch sehr engagierte Filme gedreht. Sein Kameramann Michael Ballhaus äußerte sich hierzu in einem Interview mit Tom Tykwer: "Gerade wegen ihrer Engagiertheit liebe ich Lilienthals Filme." In Berlin geboren, flieht Peter Lilienthal 1939 mit seiner Mutter vor den Faschisten nach Uruguay. In Montevideo betreibt die Mutter ein kleines Hotel. Erste Filmerfahrungen macht Lilienthal im Filmclub an der Universität von Montevideo (wo er Kunstgeschichte, Musik und Jura studiert) und realisiert auch erste eigene Kurzfilme. Nach der Emigration kehrt Lilienthal nach Berlin zurück, studiert dort an der Hochschule für Bildende Künste Malerei und Formgestaltung, experimentelle Fotografie und Film. 1959 wird Lilienthal Regie- und Produktionsassistent beim Südwestfunk. Seine erste eigene Regie-Arbeit entsteht 1960 mit DIE NACHBARSKINDER. Mit dem Film beginnt eine lange Zusammenarbeit und intensive Freundschaft mit Michael Ballhaus. Seit 1964 arbeitet Lilienthal als freier Regisseur und Autor, zunächst für den WDR. 1969 dreht er seinen ersten Kinospielfilm MALATESTA, der mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wird. Für 2005 plant Lilienthal die Verfilmung von Hella Eckerts Roman "Hanomag" und einen Dokumentarfilm über den ersten Verweigerer des Krieges im Irak: Camilo Mejia, der in den USA im Militärgefängnis inhaftiert ist.
Lilienthal, Peter