In seiner Studie über die Argonauten des Westlichen Pazifiks berichtet Bronislaw Malinowski, daß das Wissen um seine Beobachtung das Verhalten der Einwohner erst dann nicht mehr wesentlich veränderte, als diese sich an sein tägliches Herumschnüffeln gewöhnt hatten und ihn, milde gestimmt durch Tabakgeschenke, als Teil ihres Lebens und als notwendiges Übel zu akzeptieren gelernt hatten. Um die Soziologie steht es ähnlich. Auch an sie hat man sich gewöhnt, milde gestimmt durch eine Einsicht hier, eine Beruhigung dort und das eine oder andere intellektuelle Vergnügen. Sie gehört zum Alltag der modernen Gesellschaft, sie wird akzeptiert als notwendiges Übel, als Störung, die man in Kauf zu nehmen hat und die niemanden daran hindert, so weiterzuleben wie bisher. Im Gegenteil: So wie die Stammesgesellschaft sich ab und zu nur noch über die Präsenz des Ethnologen vergewissern kann, so bedarf die moderne Gesellschaft der Präsenz des Soziologen zur Rückversicherung. In unterschiedlichen Annäherungen unternimmt Dirk Baecker eine Bestandsaufnahme der Bedeutung der Soziologie für die Gesellschaft, ihren Werdegang und die Frage nach ihrem Wohin.
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